Die gute Nachricht vorweg, Roger Clemens ist bereit! In seinem letzten Start in den Minors am gestrigen Montag für die Scranton/Wilkes-Barre Yankees legte er ohne Probleme sechs Shutout Innings hin und ließ nur zwei Hits und einen Walk zu bei sechs Ks. Er wirkte stark wie eh und je und wird seinen nächsten Start ganz sicher bei den "richtigen" Yankees absolvieren, allerdings nicht gegen die Red Sox am Wochenende, sondern aller Voraussicht nach am nächsten Montag in Chicago.
So weit, so gut, aber was wird sein Comeback in Pinstripes noch bewirken? Zurzeit sieht es düster aus für die einstigen Bronx Bombers, denn sie stecken momentan in der wohl größten Krise, die ich bewusst miterlebt habe und irgendwie scheint es keinen Ausweg zu geben. Alles, was sie machen, geht schief und es gelingt ihnen einfach nicht, dass alle Teile funktionieren. Bestes Beispiel dafür ist das Wochenende gegen die Angels, als man bis auf Freitag sehr gutes Pitching hatte, die Offense aber nichts auf die Reihe bekam. Das konnte man aber zumindest halbwegs verstehen, da die Angels mit Kelvim Escobar und John Lackey nicht eben schlechte Vertreter ihrer Zunft auf die Yanks losließen.
Doch gestern war es Dustin McGowan, in Fachkreisen auch Noname genannt, der den Yankees einen Sieg verbaute - neben der wieder mal katastrophalen Vorstellung des Bullpens. Dustin McGowan hat einen 5.90 ERA und die beste Offense der MLB (auf dem Papier) schafft es nicht, mehr als zwei läppische Runs gegen diesen unterdurchschnittlichen Pitcher aufs Board zu bringen?! Das kann doch einfach nicht wahr sein. Doch wo liegen die Gründe? Meine Theorie ist folgende: Jeder versucht momentan den Knoten platzen zu lassen, in dem er einen Homer schlagen will, doch erstens tut es einem Team nie gut, wenn alle nur versuchen, den Big Shot zu schlagen und zweitens darf man sich durchaus fragen, was denn ein Homer bezwecken würde, wenn eh keiner auf Base ist! Und da liegt das Hauptproblem! Die Yankees kommen einfach nicht auf Base, obwohl das ihre Hauptstärke sein sollte mit Damon, Jeter, Abreu usw. im Lineup. Der beste Hitter ist der Catcher (was ihn nicht schlecht machen soll), während die eigentlich geduldigsten Spieler Giambi und Abreu ein unnötiges Out nach dem anderen besorgen. Und Cano schwingt nur noch blind auf alles, was nur wenige Zentimeter über Grasnabe angeflogen kommt - wenn er schon den Soriano macht, sollte er aber wenigstens hin und wieder etwas treffen!
Und vom Timely Hitting will ich gar nicht reden, denn trotz all dieser Schwächen hätten sie gegen Ende vieler Spiele immer noch den Sieg holen können, doch dann kassiert man Strikeouts oder geht sonst irgendwie von Bord. Alle reden von 1978, wo man 14 Spiele auf Boston aufgeholt hat, doch irgendwie fehlt mir der Glaube, dass das in diesem Jahr zu wiederholen ist...

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